Dorfschulen in Thüringen gibt es vermutlich etwa seit der Reformationszeit. In Geschwenda können wir sie urkundlich zurückverfolgen bis ins Jahr 1616 mit dem Schulmeister Simon Becker von Muhlberg (Mühlberg). In welchem Gebäude die Kinder damals Lesen, Schreiben und Rechnen lernten, ist nicht bekannt.

Die erste urkundlich erwähnte Schule befand sich in der Kirchgasse zwischen Pfarrhaus und Kirche. Sie wurde 1743 durch den Einsturz des Kirchturms, der auf unsolidem Fundament gebaut worden war, zerstört.

1750 wurde die Schule in der Kirchgasse wieder aufgebaut und bis 1887 als Schule genutzt.

Erster Lehrer im neuerbauten Gebäude war Johann Valentin Brömel (bis 1788 ).

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erwies sich das Schulgebäude als zu klein. Deshalb wurde 1850 in dem von der Gemeinde erworbenen Gutsgebäude eine Klasse eingerichtet und ein 2. Lehrer eingestellt, dass ein Knaben- und ein Mädchenlehrer vorhanden war.

1879 bestand die Schule aus 3 Klassen mit den Lehrern August Kramer, Heinrich Sennewald und Eduard Riemann.

1885, Geschwenda hatte 1.268 Einwohner, somit stieg auch die Kinderzahl, so dass es nötig wurde eine neue Schule zu bauen. Sie wurde 1887 geweiht und befand sich im heutigen „Ärzte- oder Ernst-Meilan-Haus“.

1888 wurde eine 4. Lehrerstelle genehmigt.

1884 sind eine Näh- und Stickschule und 1900 eine Haushaltsschule ins Leben gerufen worden.

Die jetzige „Neue Schule“ wurde 1904 mit 4 Klassenräumen fertig gestellt.
Von 1905 bis 1909 erweiterte sich die Zahl der Lehrerstellen schrittweise von 5 (bis) auf 7.
Nach dem 1. Weltkrieg wurden an die „Neue Schule“ vier weitere Klassenräume angebaut.

1926 wurde ein Wannen- und Brausebad im Keller eingerichtet und 1928 Zentralheizung eingebaut.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges unterrichteten in Geschwenda 15 – 18 Lehrer. Darunter war von 1910 bis 1934 der Schulleiter, Lehrer und Kanton Ernst Meiland.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Herbst 1945 der Schulbetrieb wieder aufgenommen. 4 Lehrer unterrichteten alle Schüler der damaligen Grundschule (bis Klasse 8).

Diese waren:

- Herr Klaasen

- Herr Kloose

- Frau Sickel

- Frau Schneider

Die meisten Klassenstufen waren einzügig und überbelegt (bis 56 Schüler).

1946 begannen in Geschwenda 6 Neulehrer ihren Dienst. Darunter waren Gisela Schreiber, später Brömel, Herbert Schuder, Hans Stade und Rudi Huck.

Durch die einsetzende Umsiedelaktion stieg die Schülerzahl auf über Fünfhundert. Alle 8 Klassenstufen wurden zweizügig und einzelne sogar dreizügig.

In den Jahren 1950/51 erfolgte der Bau der Schulküche, in der bis zum 20. Juli 1979 für Kindergartenkinder, Schüler, Lehrer und Arbeiter einiger örtlichen Betriebe gekocht wurde. Die Schulspeisung gab es aber schon seit 1949.

Zur weiteren Entlastung der berufstätigen Mütter wurde im Schuljahr 1956/57 mit dem Aufbau eines Kinderhortes begonnen. Rund 40 Schüler besuchten damals den Hort. Sie wurden betreut von Frau Anni Patzig und Frau Hilde Kummer.

Seit 1956 / 1960 wurde in unserem Ort mit dem Aufbau der Zehnklassenschule begonnen.
1961 verließen die ersten Schüler mit dem Abschlusszeugnis der 10. Klasse die Schule, darunter die späteren Lehrerinnen Helga Paris und Inge Steingräber.

Seit 1965 hatte Geschwenda eine Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule (POS), die bis 1983 von Herbert Schuder geleitet wurde.

Am 05.10.1979 – im 30. Jahr des Bestehens der DDR – wurde unserer Schule der Ehrenname „N. I. Kalinin“ verliehen.

1980 gab es an der POS 379 Schüler in 19 Klassen (zweizügig bis auf Klasse 1). Dafür standen 8 Fach- und 7 Klassenräume sowie 1 Turnhalle zur Verfügung. Die Schule besaß einen sehr hohen Ausstattungsgrad. Die meisten und teuersten Unterrichtsmittel wurden im Physik- und Chemieunterricht eingesetzt. 152 Schüler der Klassenstufen 1 bis 5 besuchten den Hort. Sie waren in 8 Gruppen eingeteilt.

1985 wurde der Schulerweiterungsbau mit 6 Unterrichtsräumen und dem Sanitärbereich eingeweiht.

1992 besuchten 93 Schüler die Regelschule in Geschwenda. Seitdem gibt es in unserem Ort nur noch die Grundschule. Mit anfangs 160 Kindern sank die Schülerzahl immer mehr.

In den folgenden Jahren wurden immer weniger Kinder geboren, so dass sich die geringen Geburtenzahlen auch später in den Schulen bemerkbar machten.
Deshalb erfolgte im SJ 98/99 die Zusammenlegung der beiden Grundschulen Geraberg und Geschwenda als „Staatliche Grundschule Geschwenda“.

Mit dem Schuljahr 1999/2000 wurden erstmalig alle Geraberger und Geschwendaer Grundschüler in Geschwenda beschult.

Im Rahmen der Schulentwicklung arbeiteten wir im SOKRATES-Comenius-Projekt mit.

Gemeinsam mit Schulen aus Belgien und Dänemark beschäftigten wir uns mit der Thematik „Feste und Feiern“.

Von 2001 bis 2004 arbeiteten wir mit einer Schule aus Irland und unserer belgischen Partnerschule aus dem 1. Projektzyklus zusammen. In all den Jahren verband uns nicht nur eine tiefe und enge Freundschaft, sondern gab es auch vielfältige Ideen für unsere Bildungs- und Erziehungsarbeit.
Ab dem Schuljahr 2004/2005 begannen wir mit dem Projekt „Englisch ab Klasse 1“, Frau Horn und Frau Kiesewetter unterrichten ihre Klassen 1 nun auch in Unterrichtssequenzen in englisch. Leider konnte das Projekt nur wenige Jahre verwirklicht werden, da die personelle Situation dafür nicht mehr gegeben war.
Die folgenden Schuljahre waren wieder mit vielen Höhepunkten versehen und trugen dazu bei, dass Schüler, Eltern und die Öffentlichkeit der Orte Geschwenda und Geraberg oft in Kontakt treten konnten. Letztendlich trugen die Feste und Projekte zur Festigung der Schulgemeinschaft bei und bereiteten den Beteiligten, aber auch den Organisatoren und fleißigen Helfern viel Freude.

Dank des Fördervereins der Grundschule Geschwenda und vieler Sponsoren konnten die meisten Vorhaben auch finanziell umgesetzt werden. Ein besonderer Höhepunkt war deshalb auch die Einweihung eines tollen Spielgerätes für den Hortbereich am 27.09.2008.
Geld vom Förderverein, 2.500 Euro Lottomittel sowie Sachspenden und Hilfe von den Bauhöfen Geschwenda und Geraberg ließen ein neues Klettergerüst entstehen, das von den Grundschülern stolz in Besitz genommen wurde.
Das Jahr 2008 brachte aber auch eine weitere Baumaßnahme mit sich, auf die Schüler und Lehrer schon lange gewartet hatten. Endlich wurden die Sanitäranlagen erneuert. Nach kurzer Bauzeit erfolgte die Übernahme des neuen Toilettenbereiches im Dezember 2008.

Am 04.11.2011 ging für alle Geschwendaer und für unsere Grundschüler ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Eine neue Turnhalle, eingegliedert an das vorhandene Schulgebäude wurde feierlich im Rahmen eines Festwochenendes übergeben. Damit wurden hervor-ragende Bedingungen für den Sportunterricht unserer Grundschüler geschaffen.

Ebenfalls im Jahr 2011 erhielt der Neubau der Schule neue Fenster, die durch den Schulträger finanziert wurden.

Seit dem Schuljahr kümmert sich der Förderverein um die Neugestaltung des Schulgartens.
Dank des unermüdlichen Einsatzes von Herrn Trutschel, Herrn Bartholome und vieler anderer Helfer steht der endgültigen Fertigstellung bis Oktober 2013 nichts mehr im Weg.
Im Sommer 2013 konnte unser Schulgarten fertiggestellt und von den Schülern in Betrieb genommen werden.